Herbert Ploberger (1902 – 1977)
20. Dezember 2019

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Karl Novak (1942 - 2020)

Karl Novak

(1942 – 2020)

Von 2006 bis 2016 war Karl Novak Präsident der Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs, Landesverband W/NÖ/Bgld. und von 2007 bis 2015 Präsident des Zentralverbandes der Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs. Zuvor, im Jahr 1997, übernahm Karl Novak bis 2006 ebendort die Leitung der Sektion Bildhauerei. Daneben leitete der das Archiv dieser Standes- und Interessenvertretung (der ältestens für in Österreich lebenden Künstler*innen) und digitalisierte die Stammdaten von mehr als 10000 Personen. Dank seiner Arbeit ist das Archiv des Landesverbands W/NÖ/Bgld. der Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs bei Historiker*innen, Museen und Student*innen zu einer wichtigen Anlaufstelle für biographische Daten von Künstler*innen geworden.


Karl Novak wurde am 18. März 1942 in Wien geboren und übte zunächst den erlernten Beruf als Mechaniker aus. Daneben eignete er sich kontinuierlich alle Grundlagen der künstlerischen Bildhauerei an. 1975 entstanden die ersten Skulpturen aus Edelserpentin und Holz.

Durch Selbststudium entwickelte er eine freie und ganz persönliche Herangehensweise an die diversen Werkstoffe, wobei sich die Mechanikerausbildung als hilfreich und äußerst kompatibel einsetzbar beim bildhauerisch-plastischen Arbeiten und im Umgang mit diversen elektrischen und pneumatischen Maschinen erwies.


Seine Holz- und Steinskulpturen waren und sind bei Sammlern sehr begehrt.

Karl Novak war keiner, der etwas dem Zufall überließ. Jede einzelne seiner Skulpturen ist das Ergebnis einer langen und intensiven Auseinandersetzung mit den Werkstoffen. Er folgte dem natürlichen Wuchs des Holzes unter Berücksichtigung der Maserung und arbeitete anhand der Materialstruktur individuell die Idealform nach seinen Ideen heraus. Gegebene Bruchstellen, Verästelungen oder vorhandene Risse inspirierten Karl und er nützte die unterschiedlichen Eigenschaften der Holzarten und ihre Entwicklungsprozesse während des Trocknens sowie die daraus resultierenden Einflüsse für die Formen seiner final gedachten Skulptur. Eine wesentliche Bedeutung spielte bei ihm die Haptik des Materials und die Optik der Oberfläche. Daher zeigen seine Skulpturen stets eine harmonische Balance zwischen seinen gestalterischen Eingriffen und der Eigendynamik des Werkstoffes. Die vitale Lebendigkeit seiner Kunstwerke resultiert aus dem Wechselspiel zwischen der Spannung aus Kanten und Rundungen, den naturgegebenen Farben, Maserungen und Strukturen, den feingeschliffenen Oberflächen und organischen Formen.

Das verwendete Material wurde durch Karl Novaks klassische, zeitlose Formensprache zum Träger von Bedeutungsinhalten wie: Dauerhaftigkeit, Hochwertigkeit und Kostbarkeit.


Das künstlerische Werk von Karl Novak wurde schon zu seinen Lebzeiten geehrt.

1993 erhielt er den Theodor Körner Förderpreis.

1998 und 1999 erreichte er zweimal den 2. Platz beim Wettbewerb zur Errichtung der Kreisverkehr-Skulptur in Mödling und zur Errichtung des Arnold Schönberg Denkmals in Mödling.

2002 wurde seine Einreichung für das Mahnmal der ehemaligen Synagoge in Mödling als Siegerwerk gekürt und von ihm ausgeführt.

2018 erhielt er das goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich verliehen.

Überreichung der Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich


 

Berthild Zierl

Präsientin der Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs
Landesverband Wien, NÖ, Bgld.
www.zierlart.at


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Quelle:

Archiv der Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs, Schloss Schönbrunn, Ovalstiege 40
https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Nova
basis wien: basis wien – Karl Novak.  Abgerufen am 18.5.2020
100 Jahre BV – 100 Jahre Kunst in Bewegung. Hg. Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs, Wien, 2012, ISBN 978-3-200-02568-4.
Theodor-Körner-Fonds: Preisträger/innen 1954–2013. ISBN 978-3-7035-1546-0.