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Fritz Zerritsch (1888 – 1985)

Fritz Zerritsch

Fritz Zerritsch
(1888 – 1985)

 

Der Landschafts-, Tier-, Porträt-, Genre-, Wandmaler und Grafiker Fritz Zerritsch (18881985) ist der Sohn des berühmten Bildhauers Fritz Zerritsch d.Ä. (18651938).

Seine künstlerische Ausbildung erhielt Zerritsch nach einem Jahr in der Malschule von Robert Scheffer (1859 – 1934) und ab 1905 an die Akademie der bildenden Künste bei Prof. Christian Griepenkerl (1839-1916).

Von 1909 bis 1910 besucht er die Spezialschule von Prof. Alois Delug (1859 – 1930). Danach folgte im Sommer und Herbst 1911 ein Studienaufenthalt in München, wo ihn besonders die Arbeiten seiner Künstlerkollegen Heinrich von Zügel (1850 – 1941), Fritz von Uhde 1848 – 1911) und Stanislaus von Kalckreuth (1820 – 1894) beeindruckten.

Seine große Zuneigung galt dem Tiermotiv. In frühen Jahren tendierte er noch unter dem Einfluss der Münchner Zeit zu einer Umrissbetonung und Stilisierung, später ist ein deutliches Abstraktionstreben zu erkennen. Besonders bei Tierdarstellungen reduzierte Zerritsch chiffreartig diese auf das Wesentliche ihrer Gattung.

Im November 1911 stellte Fritz Zerritsch zum ersten Mal im Wiener Künstlerhaus aus. Ab 1914 war er Mitglied des Wiener Künstlerhauses und ab 1964 Ehrenmitglied. Von da an begann bis zum 2. Weltkrieg eine intensive Ausstellungstätigkeit im In- und Ausland u.a. 1917 Österreich-Ausstellung in Nürnberg, 1925 internationale Ausstellungen in London und Budapest, 1927 Internationale Kunstausstellung in Buenos Aires, 1928 an der Ausstellung Deutscher Kunst der Gegenwart in Nürnberg,1930 Internationale Kunstausstellung in Warschau und Bern, 1934 und 1936 Biennale in Venedig, 1935 Weltausstellung in Brüssel und 1937 Weltausstellung in Paris. 1938 an der Großen Deutschen Kunstausstellung in München, 1939 an der Ostmark-Ausstellung in Berlin.

Neben Gemälden, Graphiken und Plakaten fertigte Fritz Zerritsch auch Gobelins, Mosaikbilder und Fresken an. Von ihm stammen aber auch viele Entwürfe für Briefmarken, wie beispielsweise eine Serie aus der Nibelungensage. Außerdem entwarf er auch Geldscheine für die Österreichische Nationalbank.

Im öffentlichen Raum sind von Fritz Zerritsch d.J. unter anderem aus dem Jahr 1926 Märchendarstellungen als Wandmalerei im Kindergarten im Quarinhof, sowie eine Fassadenmalerei der heiligen Anna mit der heiligen Elisabeth in der Mühlschüttelgasse im 21. Bezirk in Wien zu sehen.

 

Fassadenmalerei, Hl. Anna mit h. Elisabeth,
Mühlschüttelgasse, 21. Bezirk in Wien, Foto Oberhofer Wilhelm, Wien

Fritz Zerritsch d. J. war Mitglied in der Schützengilde der Genossenschaft bildender Künstler Wiens. Diese hielt ihre Zusammenkünfte seit 1875 im Künstlerhaus ab. Sie bestand aus vermutlich 28 Mitgliedern. Die von der Gilde verwendeten Schützenscheiben wurden von den Mitgliedern der Gilde selber humorvoll gestaltet. So zeigt jene von Fritz Zerritsch d.J. zwei Paviane auf einer Palme, wobei einer eine Farbpalette hält und dem anderen ein rotes Kunstwerk auf dessen Hinterteil malt.
Die in diesem Artikel abgebildete Schützenscheibe gehört zu den letzten erhaltenen Stücken ihrer Art und ist historisch gesehen eine Rarität aus der Zeit kurz nach Ende der Monarchie. Mit dem Zweiten Weltkrieg löste sich die Schützengilde auf.

Schützenscheibe, um 1924, Zwei Paviane, Öl auf Holz
zVfg. Courtesy Galerie bei der Albertina Zetter, Wien, Am Lobkowitzplatz 1



Ab 1938 war Fritz Zerritsch d.J. als Lehrer an der Wiener Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt tätig.

Fritz Zerritsch d.J. war Mitglied in der Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreich und wie schon erwähnt im Künstlerhaus sowie des Kunstbeirats der Stadt Wien.



Sein Lebenswerk wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt.

  • 1917 und 1918 den Drasche-Preis
  • 1926 Kunstpreis der Stadt Wien
  • 1928, 1930 und 1934 österreichischer Staatspreis
  • 1929 Goldene Ehrenmedaille der Stadt Wien
  • 1934 Verleihung des Berufstitels Professor
  • 1935 Ehrendiplom der Weltausstellung Brüssel
  • 1953 Große Goldene Ehrenmedaille des Wiener Künstlerhauses
  • 1961 Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst.

 


 

Heute befinden sich Werke des Künstlers u.a. in der Österreichischen Galerie im Belvedere, in der Albertina , dem Unterrichtsministerium in Wien, im Wien Museum am Karlsplatz und im Niederösterreichischen Landesmuseum.

Fritz Zerritsch ist in einem ehrenhalber gewidmeten Grab auf dem Grinzinger Friedhof (Gruppe 2, Nummer 41) bestattet.

 


Berthild Zierl

Präsientin der Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs
Landesverband Wien, NÖ, Bgld.
www.zierlart.at




Quelle:

Archiv der Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs, Schloss Schönbrunn, Ovalstiege 40
Galerie bei der Albertina Zetter, Wien I
Österreichische Galerie Belvedere
http://museumdermoderne.at, (Museum der Moderne Salzburg)
https://www.wien.gv.at/wiki/index.php/Fritz_Zerritsch_(Junior)