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Ernst Huber (1895 – 1960)

Ernst Huber

Ernst Huber
Ernst Huber ist am 15. Juli 1895 in Wien geboren. Sein Vater war Buchdrucker, die Mutter betätigte sich schriftstellerisch. Er absolvierte eine Lehre als Schriftsetzer in der Buch-, Kunst- und Steindruckerei F. Rollinger in Wien. Diesen Beruf übte er zwischen 1910 und 1914 dort aus und besuchte nebenbei an der Kunstgewerbeschule in Wien Mal- und Zeichenkurse bei den Professoren Otto Prutscher und Karl Witzmann.



Von 1915 bis 1918 war Ernst Huber im Kriegsdienst.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er künstlerischer Mitarbeiter in der Firma Rollinger für die er unter anderem Kassetten- und Bucheinbände, Bunt- und Vorsatzpapier schuf.


1919 trat Ernst Huber der „Kunstgemeinschaft“ bei und seine erstmalige Beteiligung an einer Ausstellung im selben Jahr im Palmenhaus im Burggarten war erfolgreich. Josef Hoffmann – auch er war Mitglied in der Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs – wurde auf ihn aufmerksam und brachte Huber über Vermittlung von Gustinus Ambrosi (ebenfalls Mitglied in der Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs) mit der Künstlergruppe „Kunstschau“ in Verbindung. Hier lernte Huber die damals bereits etablierten Künstlern Herbert Boeckl und Oskar Kokoschka (beide Mitglieder in der Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs) sowie mit Anton Faistauer, Anton Kolig und Franz Wiegele kennen.
Zum Freundeskreis von Ernst Huber gehörten seit Beginn der 1920er Jahre unsere Mitglieder Josef Dobrowsky, Ferdinand Kitt, Ludwig Heinrich Jungnickel, Sergius Pauser, Franz Zülow sowie Georg Merkel.
Ein beliebter Treffpunkt dieser Künstlerrunde wurde ab 1929 ein von Franz Zülow in der Gemeinde Hirschbach im Mühlkreis erworbenes Landhaus. Ebenso trafen sich die Künstler im Salzkammergut in der Zinkenbacher Malerkolonie.

 



In den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts reiste Ernst Huber nach Dalmatien und Tunesien und hielt seine Eindrücke in Aquarellen und Ölgemälden fest. Später bereiste er auch den Balkan, den Vorderen Orient, Nordafrika, Nord- und Südamerika und die USA.

 


Ernst Huber konzentrierte sich in seinen Werken zeitlebens auf die Wiedergabe der Natur und hier vor allem der Landschaft. Problematische Themen vermied er stets. Blumenstillleben, Dorfansichten, Obstgärten, alte Häuser, heimatliche Täler, Berge, Almhütten, Bildstöcke, Kapellen, Bauernhöfe, Ställe und Mühlen und alles zu den unterschiedlichsten Jahreszeiten, waren seine bevorzugten Themen. Da er ein eifriger Sammler von Volkskunst war, ließ er häufig auch Anregungen aus bäuerlicher Malerei und Handwerk einfließen.

Es ist der geheime Zauber einer stillen und unauffälligen Landschaft, die gerade durch die tiefe Verbundenheit des Malers mit dem heimatlichen Land ihr inneres Wesen in einer unvergleichlichen Weise offenbart“ ,

kann man bei Bruno Grimschitz in „E. Huber“, Residenz Verlag Salzburg lesen.
Ein beliebtes Thema war für Ernst Huber u.a. die winterliche Landschaft, welche er in vielen Facetten von stimmungsvollen Panoramabildern bis hin zu Darstellungen von Spaziergängern in verschneiter Landschaft oder ausgelassenen Schlittschuhläufern eindrucksvoll für die Nachwelt auch als Zeitzeugnisse festhielt.

Die österreichische Landschaft im Winter, in all ihren Facetten, war seit den 1920er Jahren so etwas wie ein Generalthema.

Bei den Arbeiten von Ernst Huber sind mehrere Einflüsse bekannter Maler zu erkennen. So schreibt auch Mag. Rudolf Maegle im Katalog vom Oktober 1990:

Neben den mit Figuren gefüllten Dorflandschaftsmotiven, die an Pieter Bruegel d.Ä. erinnern, zeigt sein Œuvre auch die einsamen menschenleeren Gegenden mit einer starken Tendenz zu einer Verblockung der Objekte, die an Pissarro, vor allem aber an Cézanne orientiert sind.“

Zum Œuvre von Ernst Huber gehören neben den bereits erwähnten Natur- und Landschaftsdarstellungen in Aquarell und Öl auch Hinterglasbilder, Lithografien, Holzschnitte und bemalte Keramik.
Seine Werke, welche anfänglich eher in dunklen, stumpfen Tönen gehalten waren, hellten sich im Laufe der Jahre auf und wandelten sich impressionistisch locker zu leuchtenden intensiven Farbtönen.



Als sein 19-jähriger Sohn 1943 im Krieg gefallen und die Wohnung in Wien zerstört war übersiedelte Ernst Huber mit seiner Frau auf Anraten seines Freundes, dem Schriftsteller Karl Heinrich Waggerl, nach Wagrain im Salzkammergut. Dort lebte er mit seiner Frau bis das Paar 1956 wieder nach Wien zurückkehrte.
Anfang der 1950er Jahre schuf Huber an der Rückseite der Wagrainer Pfarrkirche ein Wandgemälde in Seccomalerei, welches eine Wagrainer Landschaft zeigt.


Ernst Huber , der u.a. auch mehrmals Österreich bei der Biennale in Venedig vertrat, war Mitglied der Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs, des Sonderbundes, der Genossenschaft bildenden Künstler (Künstlerhaus) und der Wiener Secession.


Sein umfangreiches Werk wurde schon zu seinen Lebzeiten mit zahlreichen Ehrungen gewürdigt.

  • 1935 erhielt Ernst Huber den Österreichischen Staatspreis für Malerei
  • 1937 den Ehrenpreis der Stadt Wien
  • 1949 wurde ihm der Professorentitel verliehen und
  • 1952 erhielt er den Ehrenpreis für Malerei des Kunstvereins Salzburg.

Ernst Huber starb unterwartet am 26. September 1960 in Wien und wurde auf dem Friedhof in Hietzing begraben.
Kurz zuvor wurden anlässlich seines 65. Geburtstages in der Secession seine Werke gezeigt.
Heute befinden sich Hubers Werke u.a. in der Österreichischen Galerie Belvedere, im Museum Leopold und der Graphischen Sammlung Albertina in Wien sowie im Oberösterreichischen Landesmuseum in Linz oder im Niederösterreichischen Landesmuseum in St. Pölten.


Berthild Zierl
Präsidentin der Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs
Landesverband Wien, NÖ, Bgld.

www.zierlart.at


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Quellen:

Archiv der Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs
E. Huber von Bruno Grimschitz, Residenz Verlag Salzburg
Künstler 1927-1938, Ernst Huber, Museumsverein Zinkenbacher Malerkolonie
Alte und Moderne Kunst V, 1960 Seite 23-26 / Bruno Grimschitz: Ernst Huber in memoriam
Sylvia Kovacek GmbH, Spiegelgasse 12, 1010 Wien
Mag. Rudolf Maegle, Galerie – Kunsthandel, Katalog vom Oktober 1190